Der bundesdeutsche Heimatfilm der 50er Jahre und dessen Einsatz im Geschichtsunterricht

Author
:
Jürgen Bader
Publish Date
:
2004-01-01
Publisher
:
Grin Verlag
ISBN
:
9783638312318
Examensarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Geschichte - Didaktik, Note: 2,0, Pädagogische Hochschule Weingarten, 49 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Denkt man an die Heimatfilme der 50er, so fallen einem Personen wie das Schwarzwaldmädel oder der Förster vom Silberwald und beeindruckende Landschaften, beispielsweise Heide, Schwarzwald und insbesondere die Alpen ein. Man denkt an seichte Handlungsstränge und imposante Naturaufnahmen, an Liebe, Wilderer und Förster, die mit ihrer Klugheit und Umsichtigkeit die Natur und die Landbevölkerung vor der Zerstörung retten. Umso mehr mag es deshalb für manchen unerklärbar sein, wie dieses Genre sich zu damaliger Zeit einen solch großen Zuspruch beim Publikum erarbeiten konnte und diesen teilweise auch heute noch hat, denkt man nur an die ständigen Wiederholungen im Fernsehen. Ein Erfolg, den kein anderer Filmtyp in der Filmgeschichte der Bundesrepublik jemals wiederholen konnte und deren Zuschauerzahlen wahrscheinlich für immer unerreicht werden bleiben, lockte doch allein der 'Förster vom Silberwald' zwischen 1955 und 1958 22 Millionen Zuschauer ins Kino2 und das gegen die Konkurrenz von Filmklassikern wie 'Verdammt in alle Ewigkeit' (1953), 'Das verflixte 7. Jahr' (1955) oder 'Die zwölf Geschworenen' (1957). Vergleicht man diese Zahlen mit heutigen erfolgreichen deutschen Filmen, etwa 'Good by Lenin' den bisher gut 6,3 Millionen3 sahen, bekommt man einen ungefähren Anhaltspunkt über den Publikumserfolg dieser Filme. Diesem Genre würde man aber nicht gerecht werden, wenn man sich dieser Betrachtungsweise anschließen würde. Sicherlich werden die Vorurteile beim oberflächlichen Betrachten dieser Filme zunächst bestätigt. Unbestreitbar sind diese Filme alle nach dem gleichen Muster aufgebaut und natürlich kann nicht von einer Handlung auf hohem Niveau gesprochen werden, doch gerade hinter dem Trivialem verbirgt sich mehr als sich auf den ersten Blick erkennen lässt - nämlich das Lebensgefühl einer ganzen Gesellschaft mit all ihren Sehnsüchten und Bedürfnissen, der Wunsch nach anerkannten Werten und stabilen Institutionen.
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Der bundesdeutsche Heimatfilm der 50er Jahre und dessen Einsatz im Geschichtsunterricht

Examensarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Geschichte - Didaktik, Note: 2,0, Pädagogische Hochschule Weingarten, 49 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Denkt man an die Heimatfilme der 50er, so fallen einem Personen wie das Schwarzwaldmädel oder der Förster vom Silberwald und beeindruckende Landschaften, beispielsweise Heide, Schwarzwald und insbesondere die Alpen ein. Man denkt an seichte Handlungsstränge und imposante Naturaufnahmen, an Liebe, Wilderer und Förster, die mit ihrer Klugheit und Umsichtigkeit die Natur und die Landbevölkerung vor der Zerstörung retten. Umso mehr mag es deshalb für manchen unerklärbar sein, wie dieses Genre sich zu damaliger Zeit einen solch großen Zuspruch beim Publikum erarbeiten konnte und diesen teilweise auch heute noch hat, denkt man nur an die ständigen Wiederholungen im Fernsehen. Ein Erfolg, den kein anderer Filmtyp in der Filmgeschichte der Bundesrepublik jemals wiederholen konnte und deren Zuschauerzahlen wahrscheinlich für immer unerreicht werden bleiben, lockte doch allein der 'Förster vom Silberwald' zwischen 1955 und 1958 22 Millionen Zuschauer ins Kino2 und das gegen die Konkurrenz von Filmklassikern wie 'Verdammt in alle Ewigkeit' (1953), 'Das verflixte 7. Jahr' (1955) oder 'Die zwölf Geschworenen' (1957). Vergleicht man diese Zahlen mit heutigen erfolgreichen deutschen Filmen, etwa 'Good by Lenin' den bisher gut 6,3 Millionen3 sahen, bekommt man einen ungefähren Anhaltspunkt über den Publikumserfolg dieser Filme. Diesem Genre würde man aber nicht gerecht werden, wenn man sich dieser Betrachtungsweise anschließen würde. Sicherlich werden die Vorurteile beim oberflächlichen Betrachten dieser Filme zunächst bestätigt. Unbestreitbar sind diese Filme alle nach dem gleichen Muster aufgebaut und natürlich kann nicht von einer Handlung auf hohem Niveau gesprochen werden, doch gerade hinter dem Trivialem verbirgt sich mehr als sich auf den ersten Blick erkennen lässt - nämlich das Lebensgefühl einer ganzen Gesellschaft mit all ihren Sehnsüchten und Bedürfnissen, der Wunsch nach anerkannten Werten und stabilen Institutionen.